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Viele denken bei dem Wort Kamel nur an ein Dromedar oder ein Trampeltier. Sie wissen nicht, dass diese beiden Sorten jede für sich steht und auch in zwei verschiedenen Gegenden leben. Das Dromedar hat nur einen Höcker, das Trampeltier hat zwei Höcker. Doch dies sind nicht die einzigen Kamele die es gibt, nun vielleicht die einzigen der Altwelt-Kameliden und der Großkamele in welche die Familie der Kamele noch aufgeteilt wird. Es gibt auch noch das Lama, Alpaka, Vikunja und Guanako – doch diese sind Kleinkamele und gehören zu den Neuwelt-Kameliden. Warum Neu- und Altwelt? Dazu werde ich noch kommen. Die Arten: Das Dromedar (Camelus dromedarios): Das Dromedar ist der Sorte der Großkamele zu zuordnen und lebt in den nördlichen Ländern des afrikanischen Kontinents. Im Spiel wäre es somit Nah-Harad, wo es sein zu Hause findet. Dieses Kamel ist über zwei Meter hoch und kann bis zu tausend Kilogramm schwer werden, was ziemlich beachtlich ist. Auch hat es eine hohe Altersgrenze, nämlich ein Kamel kann bis zu vierzig Jahre alt werden und somit seinem Herrn eine lange Freude sein. Die Länge vom Kopf bis zum Schwanz kann zwischen zwei Metern und drei Metern schwanken, der Schwanz mit um die fünfzig Zentimeter ist relativ kurz. Sie haben einen langen Hals auf dem ein langengezogener Kopf sitzt. Ihre Oberlippe ist gespalten, während die verschließbaren Nasenlöcher schlitzförmig sind. Die Augen werden von sehr langen Wimpern umgeben, wo sogar eine Frau neidvoll erblassen könnte und diverse Hornschwielen befinden sich auf dem Brustbein, dem Ellenbogen, der Handwurzel, der Ferse und das Knie. Das Fell diese Tiere ist sandfarben, auch wenn die Farbvariationen auch von weiß bis dunkelbraun gehen können. Nur der Scheitel, Nacken, Hals und der Rumpf sind von längerem Haar bedeckt, ansonsten hat das Dromedar kurze Haare. Am Tag kann es bis zu achtzig Kilometer laufen und wird seit etwa viertausend Jahren als Reit- oder Lastkamel genutzt, denn es kann Wochenlang ohne Wasser auskommen, was in der Wüste sehr praktisch ist. Auch praktisch ist, dass es sich den Gegebenheiten in der Wüste angepasst hat und selbst die dornigsten und härtesten Pflanzen geschickt zu fressen versteht. Das Dromedar hat gelernt seinen Flüssigkeitsbedarf überall raus zu ziehen. Sei es nun aus dem eigenem Körper (es kann bis zu fünfundzwanzig Prozent seines Körpergewichts verlieren), dem Kot, dem sämtliche Flüssigkeit entzogen wird und darum auch sehr gut als Brennmaterial ist oder dem Urin, der sehr stark konzentriert wird. Natürlich zieht es auch seine Reserven aus den Fettvorräten im Rückenhöcker, welche das Dromedar so verbrennen kann innerlich, dass sie in Energie und Flüssigkeit umgewandelt werden. In der Nacht sinkt die Temperatur des Dromedars stark ab, so dass es keine Probleme mit den kalten Nächte der Wüste hat und auch damit sich des Tages die Körpertemperatur nur langsam wieder aufwärmt und das Tier somit sehr lange Zeit nicht schwitzt. Innerhalb von zehn Minuten versteht es das Tier bei der Wasseraufnahme, sein, durch das Schwitzen verlorenes, Körpergewicht wieder zu erreichen Vor allem ist das Dromedar für Kamelrennen beliebt. Die hier für gezüchteten Kamele sind schlanker gebaut und auch hochbeiniger als die Last- und Reittiere. Das Trampeltier (Camelus ferus f.bactrianus) Das Trampeltier lebt nicht, wie einige glauben, ebenfalls in Harad (oder auf den afrikanischen Kontinenten), sondern findet seine Heimat in Khand (Zentralostasien im richtigen Leben). Das zwischen sechshundert und tausend Kilogramm schwere Kamel ist vom Boden angemessen bis zur Höckerspitze etwa zwei Meter und dreißig groß, während seine Kopfrumpflänge bis zu drei Metern geht. Sein Schwanz kann zwischen fünfunddreißig und fünfundfünfzig Zentimeter lang werden. Die Färbung des Fells schwankt zwischen Sandgrau und dunkelbraun und am längsten sind die Haare im Nacken und an der Kehle. Im Winter haben die Trampeltiere ein sehr langes und ausgesprochen dickes Fell, welches sofort beim Ansteigen der Temperatur abgestoßen wird. Darum sehen sie übrigens in den Übergangszeiten immer so reichlich zerlumpt aus. Ebenso wie das Dromedar hat das Trampeltier einen langen Hals, auf dem ein langgezogener Kopf sitzt. Auch ihre Oberlippe ist gespalten und die Augen mit den großen Lidern haben ebenso lange Wimpern und auch ihre Nüstern sind verschließbar. Auch die Fettverbrennung und ähnliches ist bei dieser Kamelart ebenso wie die der Dromedare. Das Tier aus Khand kann bis zu hundertzwanzig Liter Wasser auf einmal trinken und zehrt in Notzeiten, wie das Dromedar, aus den Fettreserven seines Höckers. Und es kann durchaus mal zu Notzeiten in einer Wüste kommen. Der Vorteil, es hat zwei Höcker, aus denen es zehren kann. Ein Trampeltier kann bis zu fünfzehn Kilometer in der Stunde schnell werden und hat einen angenehmen Passgang drauf. Da Lamas, Alpakas, Guanakos und auch Vikunjas eher Kamelarten sind, die im Hochgebirge leben, oder auf den Ebenen, direkt vor den Hochgebirgen, werde ich hier nicht näher auf sie eingehen, außer es ist gewünscht. Dann kann ich das gerne tun. Die restliche Anatomie: Die Familie der Kamele bezeichnet man als Schwielensohler, welche aus der Familie der Paarhufer kommen. (Das bedeutet einen gespaltenen Huf, sprich zwei Zehen). Hebt man Huf an und betrachtet ihn, so kann man sehen, dass er aus einer großflächigen Sohle besteht. Drückt man darauf, so erkennt man, dass der Huf eines Kamels aus einer dicken Bindegewebsschicht besteht. Ähnlich die Schwielen an den Händen und Füssen eines Menschen. Diese sind besonders elastisch und sie spüren auch die Hitze des Sandes nicht mehr so. Der eigentliche Huf dagegen ist klein ausgebildet, wie Fingernägel beim Menschen, sie sind jedoch nach vorne gebogen, um die Vorderkante der Hufe zu schützen. Der Huf ist die beste Vorraussetzung, dass die Kamele im weichem Sandboden nicht einsinken. Sie bewegen sich im Passgang fort, das heißt, dass sich immer abwechselnd das linke und das rechte Beinpaar bewegt. Vielleicht ein Grund, warum sie als Wüstenschiffe bezeichnet werden, denn auf ihnen ist es wie auf See, doch letztendlich mit etwas Übung sehr annehmbar. Auch im Trab greifen sie darauf zurück, erst im Galopp lauen Kamele so, wie andere Säugetiere auch, dabei können sie dann eine Geschwindigkeit bis zu zwanzig Kilometer in der Stunde erreichen. Der Magen besteht bei allen Kamelen aus mehreren Kammern, was das Verdauen der Pflanzennahrung erheblich erleichtert. Aber Vorsicht, Kamele sind keine Wiederkäuer. Kamele ziehen ihre Fettreserven aus dem Höcker und verstehen es, diese so zu verbrennen um Flüssigkeit und Energie daraus zu ziehen. Ihre Nieren sorgen für eine starke Konzentration des Urin der Kamel wird sehr verdickt, ihm wird alle Flüssigkeit entzogen, die möglich ist. (Vielleicht ein Grund, warum der Kameldung so gut als Brennmaterial funktioniert. Er trocknet schnell aus und brennt wirklich gut.) Die roten Blutkörperchen haben keine runde sondern eine ovale Form. Diese Form bewirkt, dass Kamele in kürzester Zeit sehr viel Wasser aufnehmen können, ohne dass es zu einer Überwässerung ihres Körpers kommt. Die Tiere haben zwischen dreißig und vierunddreißig Zähne, pro Kieferhälfte ist nur ein oberer Schneidezahn vorhanden, welcher wie ein Eckzahn entwickelt ist. Die sechs spachtelförmigen unteren Schneidezähne ragen nach vorne. Zwischen Eckzähne und Backenzähne klafft eine Lücke, welches als Diastema bezeichnet wird. Ein ausgewachsenes ist durchaus in der Lage, einem Menschen die Schädeldecke abzutrennen mit einem Biss oder eine Hand abzubeißen! Kamele sind keine Kuscheltiere und wenn sie schlechte Laune haben oder von Natur aus eh mit Vorsicht zu genießen sind, kann es durchaus dazu kommen. Es haben schon einige Kameltreiber, Kamelbesitzer als auch Karawanenführer einen Finger, eine Hand oder ihr Leben geben müssen, weil sie auf ihre Tiere nicht geachtet haben. Darum sollte man in der Nähe von Kamelen immer auf das Wort ihres Besitzers hören. Ernährung: Kamele können sich von den verschiedensten Futterpflanzen ernähren und nutzen wirklich jedes Nahrungsangebot aus. Selbst giftige Pflanzen oder Pflanzen mit hohem Salzanteil hinterlassen keinerlei Schaden. (doch natürlich sollte man es gerade bei giftigen Pflanzen nicht provozieren) Kamele lieben Salz! Man sollte ihnen nicht zu viel davon geben, doch sie können es gerade in Zusammenhang mit Wasser wirklich gut aufnehmen und es hilft ihnen auch, das Wasser länger zu speichern. Tragzeit: Die Stuten tragen zwischen zwölf und vierzehn Monate. Es wird immer nur ein Fohlen zur Welt gebracht, welches ein Jahr lang gesäugt wird. Fohlen können innerhalb der kürzesten Zeit stehen (Nestflüchter) und werden nach diesem Jahr entwöhnt. Nach zwei bis drei Jahren sind die Tiere geschlechtsreif. Verhalten: Kamele sind mit Vorsicht zu genießen. Die Wüstenschiffe sehen vielleicht friedlich und kuschelig aus, doch sind sie es durchaus nicht. Sie können beißen (wie oben schon beschrieben mit verheerenden Folgen), treten und spucken, wobei das dann doch eher den Lamas zuzuschreiben ist und auch bei denen eher ein Darlegen der Rangfolge ist. Menschen werden nur bespuckt, wenn sich die Kamele von ihnen bedroht oder angegriffen fühlen. Seht es als Vorwarnung, denn was da nach kommt ist nicht nett. Kamele können stur und anstrengend sein, durchaus, doch eine wunderbare Eigenart dieser Tiere ist, dass sie sich durch nichts wirklich aus der Ruhe bringen lassen. Nahezu eine fantastische Eigenart. Doch Vorsicht: In der Paarungszeit sind die Männchen mehr als agressiv und man sollte einen weiten Bogen um sie schlagen, wenn man nicht ihre Bezugsperson ist. Fragt also immer den Besitzer der Kamele, ob ihr wirklich anfassen dürft und vertraut seinem Wort, denn wohl keiner kennt seine eigenen Tiere und ihre Macken so gut, wie dieser. Im Wüstensturm Wenn es in der Wüste stürmt und nur noch Sand einem um die Ohren saust, sich überall festsetzt und in die kleinsten Öffnungen eindringt, sogar Nasenlöcher füllen kann und man daran erstickt, haben die Kamele hier einen Vorteil. Ihre langen Wimpern und die Nüstern, welche sich schließen lassen, schützen es bei einem Sturm vor dem Sand. Die Tiere können im Sand dank der Schwielen, welche ein Polster bilden und so das Gewicht der Tiere auf dem losem Grund besser verteilen nicht einsinken. Also – die Stürme können ruhig kommen, das Kamel lässt es kalt. In der Hitze der Wüste Die Körpertemperatur muss schon auf vierzig bis zweiundvierzig Grad Celsius ansteigen, damit die Tiere ins Schwitzen kommen. In den Nächten lassen sie die Temperatur auf vierunddreißig Grad absinken, so dass des Tages die Temperatur langsam wieder ansteigen kann. Somit sind sie vor Überhitzung geschützt. Und zu seinem Blut und seinem Wassermangel habe ich ja bereits was geschrieben. Im Besitz: Kamele sind kostbar - kein Wunder, dass oft ein Brautpreis in Kamelen ausgehandelt wird. Gerade für Händler oder Karawanenführer sind Kamele unersetzlich und auch die Rennzuchten sind nicht außer acht zu lassen und haben einen großen Wert. Gerade weil Kamele von der Natur aus so ruhig und gelassen sind, ihrem Kamelführer folgen wohin er will, sind sie zum Überleben in der Wüste unersetzlich. Kein Tier kann so große Lasten tagen wie sie und kein Tier kann einen Sandsturm so locker entgegen treten oder gar bei der Hitze mehrere Tage überleben. Das Kamel hat ein sehr hohes Ansehen und so ist es nicht verwunderlich, dass seine Halfter, seine Führstricke und die Trageriemen, Sättel usw. so reichlich verziert werden und manchmal wahrlich wie Schmuck zu sein scheinen. (Diesen Text stelle ich den Administratoren dieses Forums gerne zur Verfügung, dass sie es ins Hintergrundwissen einbauen können. Doch nur ihnen. Sollte ich den Text auch noch woanders wieder finden, hat dies Konsequenzen, denn das Copyright und somit das Urheberrecht liegen allein bei mir. Auch erlaube ich den Administratoren, dass sie diesen Text bei Noctivagus registrieren lassen dürfen. Rasul ibn Yusri) Der Text wurde auf Rasuls Wunsch in meinem Namen beim RPGNetzwerk registriert. Copyright und Urheberrecht bleiben bei Rasul ibn Yusri. Liebe Grüße Shahla |
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